Zoonosen - übertragbare Krankheiten

Erläuterung zu: von Katzen übertragbare Zoonosen (Auswahl)

Quelle: Zoonosen 4. Aufl, Bauerfeind u.a., DÄV

 

  • Capnocytophaga-Infektion: macht Katzenbisse gefährlich. Lebt im Maul der Katze und verursacht nach Biss im menschlichen Gewebe hochakute und gefährliche Entzündungen – nach Katzenbiss sofort Arzt/ Antibiotikum!

 

  • Chlamydiose: bei der Katze Bestandteil des Katzenschnupfen-Komplexes, verursacht hochansteckende (auch für Menschen) Bindehautentzündung, die auf die Hornhaut des Auges (gefährlich!) übergehen kann. Kann chronisch werden, ist schwer zu behandeln da die meisten Antibiotika nicht wirken und die Erreger sich in den Zellen verbergen. Bei der Katze kann dauerhaft Tränenkanal verkleben – chronisches Augentränen (typisches Symptom). Menschliche Infektionen sind meldepflichtig beim Gesundheitsamt.

 

  • Flohstichdermatose: juckende Hautentzündung, die oft wundgekratzt wird, bei Katzen und Menschen – da der Katzenfloh auf Menschen umziehen kann

 

  • Giardien: sind weltweit bei Mensch und Haustier verbreitete einzellige Darmparasiten, deren infektiöse Zysten in der Umwelt (Wasser!) wochenlang überleben können. Symptome sind bei Katzen und Menschen ähnlich, bei Schwächung des Immunsystems und jungen/alten Individuen chronisch wiederkehrende Durchfälle, Bauchschmerzen, Unverträglichkeit von Kohlehydraten. Nur wenige Medikamente (und kein handelsübliches Desinfektionsmittel!) helfen, Behandlung kann langwierig sein, Hygienemaßnahmen (Hitze, Scheuern) wichtig.

Bei Menschen meldepflichtig, da (auf anderen Kontinenten) Epidemien über kontaminiertes Trinkwasser vorgekommen sind.

 

  • Katzenkratzkrankheit: Erreger sind Bartonellen, die bei der Katze die infektiöse Blutarmut (Anämie) hervorrufen (chronische Besiedelung des Tieres). Ansteckung des Menschen durch Kratzwunden von der Katze verursacht, dabei wird infektiöser Kot der Katzenflöhe übertragen. Führt bei Menschen zu Fieber und Lymphdrüsen-schwellung, selten schlimmere Komplikationen, heilt meist von selbst aus.

 

  • Microsporie: hochgradig ansteckende Hautpilzerkrankung bei Tieren (zu 90% Katzen betroffen) und Menschen. Verursacht beim Menschen an Kopf oder Körper runde, schuppige wunde Herde in der Haut, die stark jucken. Behandlung durch Hautarzt (Mensch) und Tierarzt (Haustier) unumgänglich nötig.

 

 

  • Pasteurellose: siehe unter Capnocytophaga-Infektion.

 

  • Salmonellose: allgemein bekannte Lebensmittelinfektion durch Verzehr verseuchter tierischer Lebensmittel (rohe Eier, Fleisch etc.) - Hauptansteckungsquelle. Durchfallerreger, der bei Menschen und vielen Tieren, auch Katzen, im Darm vorkommt und auch durch Kot übertragen wird. Epidemien möglich (z.B. Caterer, Großküchen), meldepflichtig beim Gesundheitsamt.

 

 

  • Toxoplasmose: hierzu gibt es viele Märchen. Wissenschaftlich erwiesen ist: Toxoplasma gondii ist ein einzelliger Parasit, der bei Tier und Mensch weltweit verbreitet ist. 1/3 der Menschheit ist infiziert, nur die allerwenigsten zeigen Krankheitszeichen. Katzen sind „Endwirte“ (ohne zu erkranken), die Eizellen der Toxoplasmen (Oozysten) im Kot ausscheiden und insofern für die Übertragung besonders wichtig sind. Aber auch rohes Fleisch von Nutztieren aller Art kann Zystenstadien enthalten (nie verzehren, indirekte Gefahr beim Barfen des Haustieres!). Ob der Mensch krank wird, ist abhängig vom Zustand des Immunsystems. Ist es intakt – vorübergehende grippeähnliche Symptome, Mensch wird immun. Ist es geschädigt (Organtransplantierte, AIDS-Kranke etc.) – schwere Gehirn- und Augenentzündung möglich. Bei Schwangeren ist das Immunsystem natürlicherweise gebremst – ab 6 Monate vor Empfängnis und v.a. im 1. Trimenon führt Ansteckung in 0,01 bis 0,03 % zur Erkrankung des Feten (Gehirn, Auge, in 10 – 15% tödlich). Meldepflichtig bei menschlicher Erkrankung. Zum Schutz wirksame Vorsichtsmaßnahmen nach ärztlicher Empfehlung beachten. Es macht daher generell keinen Sinn, nach Eintritt einer Schwangerschaft die Hauskatze zu verstoßen!

 

  • Trichophytie: hochansteckender Hautpilz, hauptsächlich bei Rindern aber auch anderen Haustieren, bei Katzen nur gelegentlich. Wie Microsporie, verursacht zusätzlich später vereiternde Entzündung der Haarfollikel mit Knötchenbildung.

 

  1. 05. 19 Dr. med. B. Buchholz                                        Koblenzer Katzenhilfe e.V.