Unser Katzenhaus

von Uta Bach

Kennen Sie unser Katzenhaus? – Und: Das Leid der Vorurteile
 
Viele Menschen, die aus vielerlei Gründen ihre Katze abgeben wollen oder müssen, rufen
bei unserem Verein, der Koblenzer Katzenhilfe e.V. an. Wir geben uns in jedem Einzelfall
Mühe, zusammen mit dem Anrufer/Anruferin in ausführlichen Beratungsgesprächen
gemeinsam eine Lösung zu finden. Oft ist es aber so, gerade in letzter Zeit, dass wir unsere
Hilfe anbieten und bereits einen Pflegeplatz oder Platz in unserem Katzenhaus für die Mieze
organisiert haben, dann AnruferInnen aber plötzlich wieder absagen! Unser ehrenamtlicher
Einsatz und unsere Freizeit, die wir dafür aufgebracht haben, liefen ins Leere. Traurig!
Könnten vielleicht Irrtümer und Vorurteile der Grund sein?
Lesen Sie einmal auf unserer Vereinswebsite www.koblenzer-katzenhilfe.de unter „Unser
Verein/Schängelkatze“ die Ausgabe 2016 unserer jährlichen Vereinszeitschrift – einfach
anklicken und durchscrollen! Unsere damalige Vorsitzende Rita Schulz hat eine Liste erstellt,
mit welchen Irrtümern in der Bevölkerung unser Verein bereits vor Jahren oft konfrontiert
war – und erklärt, wie es sich wirklich mit unserer Arbeit für die notleidenden Katzen von
Koblenz und Umgebung verhält. Außerdem finden Sie hier einen ausführlichen Bericht über
unser wunderschönes und tierschutzgerechtes vereinseigenes Katzenhaus (als Mini-
Tierheim nur für Katzen vom Veterinäramt genehmigt), das unsere ehrenamtlichen
Katzenpflegestellen bei Vereinsmitgliedern zuhause sehr gut ergänzt.

Kurz zusammengefasst: wir BürgerInnen von der Koblenzer Katzenhilfe e.V. arbeiten alle
unentgeltlich in unserer Freizeit, aus Idealismus und Liebe zum Tier. Wir kennen uns mit
Katzen sehr gut aus, haben teils jahrzehntelange Erfahrung im Katzenschutz und haben
erfolgreich Seminare und Fortbildungen in Katzenwissen besucht. Wir werden von der
Stadt Koblenz nicht finanziell gefördert und sind auch keine Zweigstelle vom Koblenzer
Tierheim. Wir arbeiten aber mit allen Tierschutzvereinen der Region zusammen und sind
eine wichtige Ergänzung, ohne die es in Koblenz und Umgebung für Fund- und Abgabekatzen
schwierig würde.
Wir sind daher nicht gesetzlich verpflichtet, notleidende Hauskatzen zu jeder Zeit und
unter allen Umständen aufzunehmen, tun dies aber freiwillig um Mensch und Tier zu
helfen. Wann immer wir einen Platz und pflegende Hände für die Katze in Not zur
Verfügung haben! Wir nehmen für die Aufnahme keine Gebühr und holen auch wenn nötig
ab, fangen sogar mit tierschutzgerechten Fallen ein wenn die beobachtete Fundkatze sich
nicht anfassen lässt. Fundkatzen melden wir natürlich als solche und geben sie, falls die
Katze gekennzeichnet und registriert ist, umgehend dem BesitzerIn zurück. Falls nicht,
können wir nur hoffen dass sich jemand meldet (was leider dann meist nicht erfolgt...).
Natürlich können wir nicht die durchschnittlich 140 Katzen im Jahr, die in unsere Obhut
kommen, für ihr Leben bei uns behalten. Fundtiere machen dabei etwa Zweidrittel der
Fälle aus, ein Drittel sind Abgabetiere. Daher vermitteln wir die Katzen weiter und achten
sehr darauf, dass sie in ein wirklich gutes neues Zuhause kommen. Klar, wir müssen eine 
Vermittlungsgebühr berechnen – wie sollen wir diese Tätigkeit sonst finanziell leisten
können? Diese ist aber niedriger als in den meisten Tierheimen und deckt niemals unsere
Kosten. Denn die Tiere, die zu uns kommen, sind zu über 80% in schlechtem Gesundheits-
und Pflegezustand. Über ein Drittel sind unkastriert, etwa die Hälfte ungechipt/unregistriert,
ungeimpft sowie nicht entfloht und entwurmt – abgesehen von vielerlei Krankheiten und
Behinderungen! Dafür müssen wir z.B. im Jahr durchschnittlich 250 Tierarztbesuche und
tierärztliche Behandlungen bis hin zu Operationen (Kosten: über 20.000 €) allein aus
Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanzieren. Wir vermitteln keine Auslandskatzen und
„verkaufen“ keine Tiere wie viele (oft als „Hobbyzüchter“ selbst bezeichnete und nicht
ausreichend qualifizierte) Privatpersonen im Internet – deren Ziel der finanzielle Gewinn ist.
Unser Ziel ist dagegen immer nur, den ausgesetzten/zurückgelassenen/vernachlässigten/
traumatisierten/kranken/behinderten Katzen in der Region zu helfen. Sie so weit wie
möglich mit Hilfe der Tierärzte gesundzupflegen, ihnen das Vertrauen in gute Menschen
zurückzugeben und damit den Weg in ein neues, katzengerechtes und zufriedenes
Hauskatzenleben zu ermöglichen – das macht uns zufrieden und ist unser schönster Lohn!

Klar soweit? Wenn Sie also ihre geliebte Hauskatze nicht mehr behalten können und ein
neues gutes Zuhause für sie suchen, wenden Sie sich gerne an uns! Bei uns sind Katzen gut
aufgehoben – unsere Pflegeerfolge haben wir statistisch aufgearbeitet und nachgewiesen.
Natürlich nur, wenn Sie ernsthaft interessiert sind, mit uns zusammen eine Lösung zu finden!
Gleiches gilt, wenn Sie in der Nachbarschaft eine herrenlose Streunerkatze, womöglich mit
Jungen, oder ein bei Umzug oder Sterbefall zurückgelassenes Tier beobachten (wer tut nur
so etwas?). Wenn wir es irgendwie durch unseren ehrenamtlichen Einsatz möglich machen
können – und das können wir meistens! – helfen wir Mensch und Tier aus Liebe und
Überzeugung.
Schön wäre es, wenn sich bei uns Gleichgesinnte melden würden, die mittun möchten. Es
muss nicht jede(r) draußen bei Kälte und Regen Streunerkatzen fangen gehen oder
zuhause rund um die Uhr kranke Miezen pflegen. Unser Verein braucht auch gute,
hilfsbereite Menschen für Telefondienst, Büroarbeit, Flohmarktstände, die Betreuung des
Katzenhauses, die Arbeit an unserer Zeitschrift...

In diesem Sinne: liebe Grüße von Ihrer Koblenzer Katzenhilfe e.V. !

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